Erfahrungen

Man lernt nie aus. Aus diesem Grund veröffentlichen wir hier Erfahrungen, die wir mit Stauden gemacht haben. Über Ihre Meinung und auch Bilder von gelungenen oder nicht so gelungenen Pflanzungen freue ich mich immer.

Die einzige mir bekannte herbstblühende, Trockenheit vertragende und schattenverträgliche Staude - Aster divaricatus. Im Hintergrund Geranium macrorrhizum, kerngesund, bodendeckend, im Schatten und im Laubhumus extrem trockenheitstolerant. Die Hosta ‘Krossa Regal’ ganz hinten im Bild überlebt gerade so ohne nennenswerten Zuwachs. Der Boden besteht aus Kies mit einer Humusauflage. Es wird nicht gegossen. Zum Spätherbst wird die ganze Pflanzung mit hochgestelltem Rasenmäher gemäht und das Laub gleich mit gehäckselt. Das Mähgut bleibt liegen. Unkraut wächst dadurch fast überhaupt nicht.

Waldsteinia geoides mit Omphalodes verna - für meine Begriffe ergibt dies eine zauberhafte Kombination. Die Omphalodes erobern Lücken zwischen den Waldsteinia geoides. Diese wiederum sind für Flächenbepflanzung attraktiver als Waldsteinia ternata. W. geoides blühen auch nach Jahren noch zuverlässig. Außerdem haben sie genug Kraft auch durch eine lichte Falllaubdecke durchzuwachsen. W. ternata vergeht oft unter Laub und wird im Alter blühfaul.

Die Erfahrung lehrt, dass man nie auslernt. Ich habe eine weitere, im Herbst blühende und trockenen Schatten vertragende Staude entdeckt: Bergenia ‘Herbstblüte’. Die abgebildeten Pflanzen hatten es wirklich schwer. Wir haben sie im vergangenen Herbst unter hohe Bäume, aber außerhalb des Wurzelbereiches gepflanzt. In diesem Jahr wurde nicht ein einziges Mal gewässert, weder im heißen Juli noch im trockenen September. Dafür schien die Julisonne gerade über Mittag zwischen den Baumwipfeln durch auf die Bergenien. Sie haben noch keinen allzu großen Zuwachs, hatten dafür eine wochenlang anhaltende Herbstblüte.

Bild oben: Rudbeckia fulgida deamii ist viel robuster als die allgegenwärtige ‘Goldsturm’ und steht dieser kaum nach. Pennisetum ‘Herbstzauber’ wiederum schlägt die allseits verwendete Sorte ‘Hameln’ bei gleichen Ansprüchen. Die oft angefragte und aus Preisgründen durch Aussaat vermehrte Pennisetum ‘Compressum’ bieten wir nicht an. Nach unseren Erfahrungen blüht sie zu schlecht.

Carex ‘Ice Dance’ in lichtem Schatten. Diese neue Sorte wächst kräftig, bildet etwas Ausläufer und ist auch nach einigen Jahren noch attraktiv. Warum werden immer noch Carex morrowii ‘Variegata’ gepflanzt?

Manche Stauden, die gemeinhin als Bodendecker gehandelt werden, sind eigentlich konkurrenz- schwache Steingarten- pflanzen. Ich zähle dazu auch die flachen Thymiane aus dem serpyllum- bzw. praecox- Spektrum. Aus Sämlingen von Thymus serpyllum haben wir diese weiß blühende Sorte ausgelesen. Sie wird etwas höher als andere, bis etwas 5 cm, ist ausgesprochen wüchsig und schafft es, Unkrautsämlinge zu überwachsen. Für (klein- räumige) flächige Bepflanzungen scheint sie uns recht gut geeignet zu sein. Wir probieren noch. Ab sofort stehen Pflanzen in kleinen Stückzahlen zum Verkauf bereit.                              Im Mozartjahr 2006 haben wir ihr den Namen Amadé gegeben.